Osteopathie-Ausbildung in Deutschland

Die Ausbildung in Osteopathie findet in Deutschland vorwiegend an privaten Osteopathie-Instituten und Akademien statt. Die meisten Schulen bieten eine berufsbegleitende Ausbildung an. Diese wird in Wochenendseminaren absolviert und dauert in der Regel 4 bis 5 Jahre. Insgesamt müssen die Schülerinnen und Schüler dabei mindestens 1.350 Unterrichtstunden absolvieren. Zugelassen sind Ärzte, Heilpraktiker, Physiotherapeuten und zum Teil Sportwissenschaftler.

Osteopathie gilt in Deutschland als Heilkunde. Deshalb dürfen sie aktuell nur Ärzten oder Heilpraktikern ausüben. Andere Berufsgruppen, wie bspw. Physiotherapeuten müssen deshalb zusätzlich die Erlaubnis zum Heilpraktiker erwerben. Erst dann ist ihnen die Ausübung der Heilkunde in Osteopathie erlaubt.

Auch eine Vollzeitausbildung in Osteopathie ist möglich. Sie richtet sich vorwiegend an Abiturientinnen und Abiturienten. Fünf Jahre lang lernen die zukünftigen Osteopathinnen und Osteopathen in mehr als 5000 Unterrichtstunden ihr medizinisch-therapeutisches Handwerk. Momentan ist die Vollzeitausbildung die umfangreichste osteopathische Ausbildung in Deutschland.

Osteopathie-Ausbildung

Inhalte der Ausbildung

In der Ausbildung wechseln sich Theorie und Praxis ab. Der Unterricht besteht aus medizinischen Fächern wie Bau und Funktionen des Körpers. Außerdem werden die unterschiedlichen osteopathischen Handgriffe gelernt. Den Abschluss bildet eine schriftliche Abschlussarbeit sowie eine praktische Prüfung am Probanden.

Mindestens vier Jahre Ausbildung sind nötig, um die Osteopathie in ihrer Vielseitigkeit zu erfassen und die Techniken zu erlernen. Als eigenständige Medizin erhebt die Osteopathie einen Anspruch an umfangreiches Wissen und ausgeprägte Fähigkeiten der Finger und Hände.

Akademisierung der Osteopathie

Der Bekanntheitsgrad der Osteopathie nimmt stetig zu. Auch Schulmediziner sind dieser Form der Medizin gegenüber zunehmend aufgeschlossen. Ärzte und Osteopathen finden häufiger zusammen, weil sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Gesundheit ihrer Patienten steht hierbei im den Mittelpunkt. Deshalb wissen beide Seite die jeweiligen Vorteile inzwischen zu schätzen.

Eine Akademisierung der Osteopathie in Deutschland ist bereits seit Jahren zu beobachten. Das Interesse ist größer als je zuvor, weil die Professionalisierung des Berufs weiter fortschreitet. Anerkannte Bachelor- und Master-Studiengänge richten sich an ausgebildete Osteopathen. Denn immer mehr Absolventen wollen über die Ausbildung hinaus gehen und dem Beruf eine wissenschaftliche Grundlage geben.

Seitdem bilden die Bologna-Kriterien den Rahmen für die Anerkennung zum Bachelor of Science oder Master of Science in Osteopathie. Auch ermöglicht ein Hochschulstudium die spätere Tätigkeit in Wissenschaft und Lehre. Die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und die Recherche nach aktuellen Forschungsartikeln werden darin gelegt.

Die osteopathische Praxis wird dadurch noch professioneller und wissenschaftlich fundiert. Weitere Informationen zur Ausbildung und Akademisierung finden Sie auf den Seiten der Osteopathie Schule Deutschland.